Serie Personalsuche, Teil 1: Sie suchen eine MFA?

Selbst wenn Ihr Team aktuell komplett ist: Irgendwann wird eine Mitarbeiterin kündigen, sich in den Mutterschutz oder die Rente verabschieden. Spätestens dann wäre es hilfreich, die aktuellen Spielregeln der Personalsuche zu beherrschen. In unserer dreiteiligen Serie geben wir Tipps, wie das gelingen kann.

Früher hat die Kleinanzeige im lokalen Anzeigenblatt für ausreichend viele Bewerbungen gesorgt. Das ist heute anders! Vor allem jüngere Menschen lesen immer seltener Zeitung. Und grundsätzlich werden Stellenanzeigen in der Regionalzeitung, im Kleinanzeigenportal oder in Internet-Jobbörsen nur von den Menschen gesucht und gelesen, die aktiv auf Stellensuche sind. An MFA, die mit ihren aktuellen Arbeitsbedingungen halbwegs zufrieden sind, gehen diese Anzeigen vorbei. Aber auch sie würden einen Jobwechsel möglicherweise in Erwägung ziehen, wenn sie zufällig eine inhaltlich und optisch attraktive Stellenanzeige sehen – wo auch immer.

Bewerberinnen und Bewerber auf Social Media ansprechen

Im Social-Media-Zeitalter muss man nicht auf Zufälle hoffen. Sie können selber Zufälle generieren, indem Sie eine Anzeige auf Facebook, Instagram oder Youtube schalten. Damit sprechen Sie die potenziellen Bewerberinnen und Bewerber dort an, wo sie sowieso unterwegs sind. Das funktioniert, weil zum Beispiel Facebook Informationen über jede Nutzerin und jeden Nutzer sammelt. Das Unternehmen kennt im Idealfall Arbeitsplätze, Ausbildungen, Alter und Interessen der User. Wer eine Anzeige bei Facebook schaltet, kann definierte Kriterien dafür auswählen, wem sie gezeigt werden soll.

 

„Noch besser ist es natürlich, wenn Praxen bereits viele Follower und ein sympathisches Image haben. Ein attraktiver und aktiver Social-Media-Account kann das Image des Arbeitgebers verfestigen und die Follower werden auf offene Stellen aufmerksam“, erklärt Marketing-Expertin Cornelia Gutmann.

 

Im Internet findet man reichlich kostenlose Anleitungen für die erfolgreiche Nutzung von Anzeigen bei Facebook und Co. Aber wer will schon nach Sprechstundenende zum Social-Media-Profi mutieren? Professionelle Unterstützung kostet Geld. Eine elegante Mischung ist zum Beispiel die Software COCO: ein leicht zu erlernendes Marketingsystem, mit dem man zum Beispiel eine Homepage erstellen und Social-Media-Anzeigen schalten kann.

 

Bei den ersten Schritten kann man sich Unterstützung bei den Marketing-Profis einkaufen, zu denen auch Gutmann gehört. Später funktionieren die gewünschten Kanäle mit ein paar Klicks am Rechner oder Handy. Die Kosten werden offen kommuniziert.

 

Ein Fragebogen hilft bei der Vorauswahl

 

Die Online-Anzeige kann es Bewerberinnen und Bewerbern mit einem Link besonders leicht machen, ihr Interesse an der Stelle anzumelden. Sinnvoll aus Arbeitgebersicht ist die Einbindung eines Fragebogens. So ein Formular hilft Ihnen dabei, eine Vorauswahl zu treffen, indem Sie zum Beispiel die Zahl der Berufsjahre, Fortbildungen oder Erfahrungsbereiche erfragen. Dabei ist es wichtig, den Bewerbungsvorgang möglichst geschmeidig und unkompliziert zu gestalten, ohne unnötigen formalen Aufwand.

 

Sicher werden Sie einen lückenlosen Lebenslauf sehen wollen, bevor Sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben. Aber muss das schon Teil der Online-Bewerbung sein? Wichtiger für den Einstieg könnte es sein, nach Erfahrungen mit der Praxissoftware, nach Abrechnungs- oder Sprachkenntnissen zu fragen.

 

Von anderen lernen

 

Es ist kein Zufall, dass COCO mehr kann als Facebook-Anzeigen zu organisieren. Bevor sich jemand bei Ihnen bewirbt, wird vermutlich gegoogelt, um mehr über die Praxis, die Führungsriege und das Team zu erfahren. Gut, wenn es eine Homepage und Social-Media-Auftritte gibt. Aus dem Internet kann man viele Beispiele fischen, die hoffentlich Lust auf mehr machen, etwa diese beiden: Eine bayerische Zahnarztpraxis mit dem Namen Fotzenspanglerei (auf Hochdeutsch heißt das ungefähr Mundklempner) betreibt ein engagiertes Praxismarketing und hat über 9.000 Instagram-Follower. Ein kleiner süddeutscher Edeka-Marktverbund ist dagegen bei Tiktok durchgestartet. Der erste Tiktok-Film zeigt Azubis, die Warenkartons durch die Luft wirbeln. Lächerlich? Nicht wirklich – der Account hat inzwischen über 419.000 Follower und die Bewerberzahlen sind hoch wie nie!

 

Ruth Auschra

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